
Intervention
Kaspar Wimberley (07.2007)
Zu einem bestimmten Zeitpunkt wird eine Sichtlinie durch die Stadt gezogen, über dem Erdboden schwebend zielt sie von einem Balkon zum nächsten. Unbekannte sind für einen kurzen Moment der lautlosen Solidarität verbunden, eine Nachricht, die vertraulich von Auge zu Auge weitergereicht wird.
Die Teilnehmer stimmen ihre Uhren aufeinander ab und treten zu einem vereinbarten Zeitpunkt auf ihren Balkon, von wo sie den Balkon eines anderen Teilnehmers fokussieren. Dieser Fokus wird ca. fünf Minuten gehalten. Die Teilnehmer fotografieren ihren Sichtpartner in der Distanz.
Variation 2: Ein Paar lehnt sich aus dem Fenster und beobachtet in entgegengesetzter Richtung ein anderes Paar, die wiederum ein Fenster fokussieren. Eine kontinuierliche Sichtlinie, mit in und out Punkt bei jeder Kreuzung. Variation 3: Auf Bodenniveau wird die Sichtlinie von Ecke zu Ecke gezogen, prallt an der Stadt auf und ab.
Ich möchte dieses Projekt an den Anfang einer Reihe von „ Momenten der Solidarität“ stellen, gemeinschaftliches Handeln das Einzelene zusammenbringt, die bestehenden Grenzen und Vorstellungen von Gemeinschaft und Privatsphäre bricht. Diese kurzen Handlungen erweitern unseren Fokus zu den Grenzen, die ausserhalb unserer Umgebung in der wir leben und unseren persönlichen Raum liegen, verändern die Beziehung die wir zu der Stadt und der ihrer Bevölkerung haben.
Line of sight wurde zum ersten Mal im März 2008 als Teil der Paradise Stories, eine Ausstellung im Rahmen der Liverpool Capital of Culture, ausgeführt.
Liverpool 03.2008 / Feedback / Evaluation (Englisch)



1 Antwort zu „Line of sight“