The Last Glasshouse
Image: Zeus’s fruits

April 2005, Münster, Germany

Das Glashaus. Ein Wort. Fast poetisch. Zugleich eine Metapher. Für das Wachsen und Werden. Und für die Vergänglichkeit. Bevor das »Letzte Glashaus« im Mauritz-viertel dem Abriss zum Opfer fällt, ist es Schauplatz eines ungewöhnlichen Projektes mit 24 Jugendlichen.

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Das komplette Projekt ist als CD-Rom erhältlich. Bitte geben Sie uns bescheid wenn Sie eine Kopie davon möchten.
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Regie: Marina Sahnwaldt / Kaspar Wimberley
Ton: Lauterstudio Tonproduktion / Sasha Kramsky
Maske: H2O Frisuren
Tanz Workshop: Christine Frey / Angela Castillo Rojas
Produktions Leitung: Kaspar Wimberley
Presse: Christa Farwick
Fotografie: Susanne Kudielka

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Ort: Glashaus, Zum Guten Hirten 100, Münster
Kooperation: Theater im Pumpenhaus / Jib / Cactus Junges Theater
Förderung: Kulturamt der Stadt Münster / Amt für Kinder, Jugendliche und Familien / Dahlmann Blumen und Pflanzen

Weitere Unterstützung: Städtischen Bühnen Münster / Cinema / Flohmeyers Kaufhaus / Maikotten / Crocodile Second Hand Moden / Obstgarten / Paula Artkamp / Flohmarkthalle Münster / Blumen Beckonert / Fundbureau Theater
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Das letzte Glashaus : Einleitung/Programmheft

Eine Einladung zum letzten Tanz
19 Schauspielerinnen und ein Hahn

Das Glashaus an der Strasse Zum Guten Hirten zeigt Spuren der Zeit. Die Farbenpracht rührt heute von bunten Graffitis an den Scheiben, nicht von einem Blumenmeer. Zerbrochenes Glas gewährt Einblicke ins Innere. Einzig ein starkes Stiefmütterchen im trockenen Sand hat Stand gehalten. Die Rosenranken sind vertrocknet, ihre Blüten waren gelb und rot. Eine verwunschene Kulisse für 19 junge Schauspieler, die sich von diesem Ort haben inspirieren lassen. Entstanden sind wunderliche Figuren, die alle ein Ziel haben – das Paradies.

Da ist der typische Kleinbürger, der sein Paradies im korrekt angelegten Stiefmütterchenbeet sieht, die Chefkellnerin, bei der alles im Reinen ist, wenn sie ihre kleine heile Welt hinter Glas zusammenhält und da ist die Poetin, die nur durch die Löcher im brüchigen Glas einen Blick in die Freiheit und damit ins Paradies bekommt. „Mein Wohlklang schmilzt das Glas…“ (nach Ingeborg Bachmann)

Der Konflikt ist unausweichlich. Ist das Glashaus nun ein Ort der Sicherheit oder ein Pflanzenknast? Unter dem Schutz von Glas kann der Mensch Temperatur, Licht und Schädlinge kontrollieren. Alles hat seine Ordnung. Die Natur dagegen ist rau und wild und nicht kontrollierbar. Wie viel Kontrolle brauchen wir also? Müssen wir Erdbeeren im Februar essen? „Ich muss wohl zwei oder drei Raupen aushalten, wenn ich die Schmetterlinge kennen lernen will.“, sagt die Rose zum Abschied dem kleinen Prinzen.

Eine sinnliche Entdeckungsreise durch ein Glashaus, das durch 19 Schauspieler ein letztes Mal zum Leben erweckt wird.

Im Anschluss, an die fünf Vorstellungen wird das ehemalige Gewächshaus abgerissen.
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Das letzte Glashaus

(Nach Erich Kästner ` Wer hat noch nicht, wer will noch mal?´)

Hier dreht sich die Sehnsucht im Kreise!
Hier sehen sie beispielsweise,
die Russisch zwitschernde Nachtigall
und die stille Heldin unterm kunterbunten Wasserfall.
Sie treffen auf zapplige Asseln
Und hören die Poetin mit Glasscherben rasseln -

Na, wer hat noch nicht, na, wer will noch mal?
Hier staunen sie und werden kühner!
Denn unsere goldenen Hühner fliegen zum Milkyway
Wo Zeus verweilt und Platon lacht.
Hier sehen sie Vulkane – groß wie Apfelsinen
und werden sich wundern, warum wir sie halbieren.
Prinzen werden lachen und Tränen werden rollen.

Hier erwarten sie 20 unglaublich Traumfänger
in rosa gelbem Gewande.

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